Unser Team
Wir arbeiten zusammen an gesellschaftlicher Transformation, indem wir Recht als gestaltbaren Raum begreifen.
-

Prof. Dr. Jelena Bäumler
Initiatorin und wissenschaftliche Leiterin des Leuphana LawLabs
-

Rojda Tosun
Leiterin des Leuphana LawLabs
-

Julian Sulimma
Studentische Hilfskraft
-

Emélie Wahl
Studentische Hilfskraft
-

Dana Vidgofa
Studentische Hilfskraft bis 2025
Du möchtest mehr über uns erfahren?
Lies undsere Steckbriefe:
-
Prof. Dr. Jelena Bäumler ist Professorin für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht, insbesondere Nachhaltigkeitsrecht an der Leuphana Universität Lüneburg. Die ursprüngliche Idee für das Lab geht auf sie zurück. Ihrer Vision, neue Wege in der juristischen Ausbildung und Praxis zu eröffnen, wurde zur treibenden Kraft des Law Labs.
In ihrer Rolle als Vizepräsidentin des College der Leuphana Universität, gestaltet sie aktiv, wie juristische Inhalte gelehrt und angewendet werden. Mit der Vision, die Rechtswissenschaft zukunftsfähig weiterzuentwickeln, exploriert Prof. Dr. Jelena Bäumler mit dem Law Lab die Disziplin der transformativen Rechtsgestaltung an ihrer Universität. Insbesondere versteht sie das Law Lab als Hebel für nachhaltige Transformation und als Raum, in dem neue Ideen für eine gerechte und verantwortungsvolle Rechtsgestaltung entstehen können.
Interview mit Prof. Dr. Jelena Bäumler
Warum hast du dich entschieden, das Projekt Law Lab ins Leben zu rufen?
Ich hatte bereits in Rostock eine Law Clinic gegründet und halte experimentelle Formen des Umgangs mit Recht für eine sehr wichtige Ergänzung des Studiums. Beim Law Lab trat dann das Element der Rechtsgestaltung und des Designs stärker in den Vordergrund. Wie könnte Recht verändert werden, um die Nachhaltigkeitstransformation zu begleiten? Welche Lösungen und Ansätze sollten wir diskutieren? Was können wir von anderen Disziplinen für die Lösungsfindung lernen und wie können wir diese Erkenntnisse in die formalisierten Prozesse der Rechtsgestaltung einbinden? Mich interessierte zunehmend nicht nur die Anwendung von Recht, sondern die Frage, wie Recht gesellschaftliche Veränderungen aktiv begleiten kann
Hattest du vorher schon Berührungspunkte mit Legal Design oder war das ein völlig neues Feld für dich?
Ich hatte hier und da bereits über Legal Design gelesen und war von Anfang an fasziniert. Der Ansatz, kreative Prozesse zu nutzen, um Produkte, Systeme oder Dienstleistungen funktionaler und nützlicher zu machen und dabei die Perspektive der Nutzer*innen einzunehmen, ist grundsätzlich überzeugend. Warum sollten wir nicht auch über das Recht so nachdenken?
Das Recht erfüllt wichtige Funktionen in der Gesellschaft, aber immer auch für einen konkreten Adressatenkreis und letztlich für den Einzelnen. Recht kann Transformation begleiten und steuern. Es kann so gestaltet sein, dass es verstanden und genutzt wird – oder so, dass es ausschließlich von Rechtsexpert*innen erklärt werden kann.
Was bedeutet Legal Design für dich persönlich – in drei Sätzen?
Legal Design bedeutet für mich, bei der Gestaltung von Recht mehr Fragen zu stellen als üblich. Es bedeutet, der Kreativität Raum zu geben. Und es bedeutet, Recht nicht als abstraktes Kunstwerk, sondern als Gebrauchsgegenstand mit Funktionalitätsanforderungen für den Einzelnen anzusehen.
Gibt es ein bestimmtes Projekt oder eine Erfahrung im Law Lab, die dich besonders geprägt oder begeistert hat?
In einem der ersten Seminare beschäftigte sich eine Gruppe mit dem Thema tierfreie Landwirtschaft. Zunächst hatten die Studierenden den Eindruck, das Feld sei unüberschaubar, und wussten gar nicht, wo sie anfangen sollten. Dann nahmen sie sich das Tierschutzgesetz vor und änderten es an drei entscheidenden Stellen. Damit wäre die wirtschaftliche Nutzung von Tieren – mit wenigen Ausnahmen – verboten worden.
Die Änderungen zeigten das enorme Potenzial des Rechts für die Transformation eines bestimmten Bereichs: welche Schalthebel es zur Verfügung stellt und was passieren kann, wenn man ein Regel-Ausnahme-Verhältnis umdreht.
Was hat dich im Law Lab zum Reflektieren angeregt, das dich auch über das Law Lab hinaus begleitet?
Mich beeindruckt bis heute, wie kreativ man selbst auf sehr technische Fragestellungen blicken kann und wie sehr sich dadurch die Freiheit des Denkens erweitert. Das gilt weit über das Recht hinaus.
Wie würdest du das Law Lab in einem Satz beschreiben, wenn du es jemandem erklären müsstest, der noch nie davon gehört hat?
Im Law Lab entwickeln wir neue Ansätze der Rechtsgestaltung, um die Nachhaltigkeitstransformation kreativ und interdisziplinär zu begleiten.
Wenn du ein zukünftiges Projekt im Law Lab gestalten könntest – worum würde es gehen?
Mein Bereich ist das Wirtschaftsvölkerrecht, und ich würde in den kommenden Jahren gerne noch systematischer an Prototypen für Wirtschaftsabkommen arbeiten, die Nachhaltigkeitszielen dienen und sicherstellen, dass internationale Wirtschaftsvorgänge den Planeten schonen und Menschen nicht ausbeuten.
Auszuloten, welche Instrumente dafür zur Verfügung stehen und wie sie in die Sprache des Rechts übersetzt werden können, würde ich gerne in einem der nächsten Durchgänge aufgreifen.
Was würdest du gerne Studierenden mitgeben, die überlegen, am Law Lab teilzunehmen?
Das Law Lab ist ein einzigartiger Raum, um kreativ über das Recht nachzudenken. Egal, ob ihr aus den Rechtswissenschaften kommt und einmal die Grenzen der lex lata verlassen wollt oder ob ihr aus einer anderen Disziplin stammt und die Gestaltungspotenziale des Rechts kennenlernen möchtet: Ihr seid willkommen. Denn hier arbeiten wir gemeinsam und erweitern dadurch die Perspektiven von uns allen.
Und zum Schluss: Dein Fun Fact!
Ich finde es schwer, an einem Regel-Ausnahme-Verhältnis vorbeizugehen, ohne darüber nachzudenken, ob man es umdrehen könnte.
-
Geleitet wird das LawLab von Rojda Tosun. Sie hat Rechtswissenschaften studiert und arbeitet im Bereich des Legal Design. Als Gründerin von PublicLegalDesign gestaltet sie die Zukunft des Rechts und arbeitet mit Bundesministerien, internationalen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen. Mit dem LawLab hat sie einen Ort geschaffen, an dem juristische Präzision mit Designmethoden verbunden wird und Studierende lernen, Recht als Hebel für gesellschaftliche Veränderung zu begreifen.
Interview mit Rojda:
Warum hast du dich entschieden, am Law Lab teilzunehmen?
Als ich PublicLegalDesign ins Leben gerufen habe, war mein Ziel, die Zukunft des Rechts aktiv zu gestalten und Legal Design als Disziplin zu etablieren und wachsen zu sehen. Als das Angebot kam, das LawLab aufzubauen und zu leiten, wusste ich sofort: Das ist die Chance, dieses Ziel strukturell zu verwirklichen. Denn Zukunft entsteht, wenn Wissen weitergegeben wird und wenn viele Menschen beginnen, selbst zu gestalten und so neue Entwicklungen möglich machen.
Hattest du vorher schon Berührungspunkte mit Legal Design oder war das ein völlig neues Feld für dich?
Ich habe schon früh begonnen, Recht für Laien zu übersetzen und andere Perspektiven in juristische Prozesse einzubringen, etwa für meine Eltern, Familienmitglieder oder Freundinnen, aber auch als Gründerin eines Vereins für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Austausch mit Bundesministerien und Politikerinnen. Mir war damals nicht bewusst, dass dies bereits Elemente von Legal Design waren. Erst durch meine Design-Ausbildung habe ich das Vokabular und die methodische Klarheit dafür gefunden und meine Praxis weiter konkretisiert. Wie bei vielen Entwicklungen entsteht auch diese Arbeit im Tun und verfeinert sich mit der Praxis.
Was bedeutet Legal Design für dich persönlich – in drei Sätzen?
Legal Design bedeutet für mich, Recht bewusst zu gestalten. Es verbindet juristische Genauigkeit mit systemischem Denken, Beteiligung und Klarheit. Und es schafft Räume, in denen unterschiedliche Disziplinen und Lebensrealitäten in Rechtsprozesse einfließen können. Mit einem transformativen Ansatz schließt es die Brücke zwischen Recht und Gerechtigkeit.
Gibt es ein bestimmtes Projekt oder eine Erfahrung im Law Lab, die dich besonders geprägt oder begeistert hat?
Am Ende jedes Semesters bitte ich die Teilnehmenden zu formulieren, was sie unter Rechtsgestaltung verstehen und in ihrer weiteren Praxis anwenden werden. Die Entwicklung, die sich in ihren Antworten zeigt, ist beeindruckend. Viele hören den Begriff ‘Rechtsgestaltung’ zu Beginn zum ersten Mal. Am Ende sprechen sie selbstbewusst über Gestaltungsräume, normative Verantwortung und die Rolle des Rechts in Transformation. Diese intellektuelle und persönliche Entwicklung zu begleiten, ist für mich jedes Mal ein besonderer Moment.
Was hat dich im Law Lab zum Reflektieren angeregt, das dich auch über das Law Lab hinaus begleitet?
Das LawLab hat mir gezeigt, wie groß der Bedarf an neuen Formen juristischer Ausbildung ist. Ich habe gelernt, Räume zu öffnen, in denen Unsicherheit produktiv werden darf und Disziplinen sich begegnen können. Und ich habe noch einmal deutlicher verstanden: Rechtsgestaltung ist eine Schlüsselkompetenz für eine komplexe Welt.
Wie würdest du das Law Lab in einem Satz beschreiben, wenn du es jemandem erklären müsstest, der noch nie davon gehört hat?
Das LawLab gestaltet Recht als Bestandteil gesellschaftlicher Praxis und findet Wege, Recht zugänglich und verständlich zu machen und dabei Recht als Instrument für Transformation anzuwenden.
Wenn du ein zukünftiges Projekt im Law Lab gestalten könntest – worum würde es gehen?
In den vergangenen Jahren ist im LawLab durch die enge Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und öffentlichen Verwaltungen eine tragfähige nationale Praxis der Rechtsgestaltung entstanden. Aus dieser gewachsenen Arbeit heraus interessiert mich zunehmend die internationale Dimension. Ein zukünftiges Projekt könnte untersuchen, wie Legal Design und regenerative Prinzipien in unterschiedlichen institutionellen Kontexten wirken – etwa in Kooperation mit Partneruniversitäten oder Organisationen im Ausland. Die internationale Perspektive wäre konsequente Weiterentwicklung unseres national erprobten Ansatzes.
Was würdest du gerne anderen Studierenden mitgeben, die überlegen, am Law Lab teilzunehmen?
Die Berührungsangst, die ihr zu Recht empfindet, ist genau das, was wir im LawLab angehen. Seid bereit, die Perspektive zu Recht zu wechseln und eure Unsicherheit produktiv zu gestalten.
Und zum Schluss: Dein Fun Fact!
Zwischen meiner Arbeit mit PublicLegalDesign und Lehre im LawLab male ich oder arbeite manchmal im Blumengeschäft – Gestaltung hat viele Formen ;-)
-
Julian ist studentische Hilfskraft im Law Lab und studiert Rechtswissenschaften an der Leuphana. Neben seinem Studium betreibt er einen YouTube-Kanal zum Thema Frauenfußball, weil er überzeugt ist, dass Frauenfußball die gleiche Aufmerksamkeit und Anerkennung verdient wie Männerfußball. Sein Engagement zeigt, dass Fragen von Gerechtigkeit und Sichtbarkeit nicht nur theoretische Themen sind, sondern auch außerhalb des Hörsaals aktiv vertreten werden können.
Interview mit Julian:Warum hast du dich entschieden, am Law Lab teilzunehmen?
Durch das Komplementärprogramm wollte ich bewusst über den klassischen juristischen Rahmen hinausblicken. Das interdisziplinäre Konzept des LawLabs hat mich überzeugt und ich habe die Entscheidung bis heute nicht bereut.
Hattest du vorher schon Berührungspunkte mit Legal Design oder war das ein völlig neues Feld für dich?
Nein, Legal Design war für mich ein völlig neues Themenfeld. Zwar hatte ich bereits viele Berührungspunkte mit dem Recht, die Verbindung von Recht und Design kannte ich jedoch vorher nicht.
Was bedeutet Legal Design für dich persönlich? (3 Sätze)
Legal Design bedeutet für mich Freiheit, weil es ermöglicht, rechtliche Fragestellungen neu zu denken. Es steht für Verbindung, in der unterschiedliche Disziplinen und Perspektiven zusammengeführt werden. Gleichzeitig ist es Innovation, weil dadurch neue Lösungsansätze für bestehende rechtliche Herausforderungen entstehen.
Gibt es ein bestimmtes Projekt oder eine Erfahrung im LawLab, die dich besonders geprägt oder begeistert hat?
Besonders geprägt hat mich die Erkenntnis, dass Recht nicht nur angewendet, sondern auch gestaltet werden kann. Dies wurde mir im Kurs des LawLabs aufgezeigt, was meinen Blick auf juristische Fragestellungen nachhaltig erweitert hat.
Was hat dich im LawLab zum Reflektieren angeregt, das dich auch über das LawLab hinaus begleitet?
Vor allem die interdisziplinäre Denkweise begleitet mich bis heute. Sie hat meinen Blick geöffnet, rechtliche Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und dadurch kreativere Lösungen zu entwickeln.
Wie würdest du das LawLab in einem Satz beschreiben?
Das LawLab ist ein interdisziplinärer Raum, in dem juristisches Wissen mit Designmethoden und kritischem Denken verbunden wird, um Recht verständlicher, zugänglicher und wirksamer zu gestalten.
Wenn du ein zukünftiges Projekt im LawLab gestalten könntest, worum würde es gehen?
Ich würde mich gerne mit der nutzer*innenzentrierten Neugestaltung des BAföG-Antrags beschäftigen und zeigen, wie komplexe Verwaltungsprozesse verständlicher und zugänglicher gestaltet werden können.
Was würdest du anderen Studierenden mitgeben, die überlegen, am LawLab teilzunehmen?
Wer gerne Probleme löst und offen für neue Denkweisen ist, sollte das LawLab unbedingt ausprobieren. Die Methoden helfen dabei, Herausforderungen strukturiert, aber vor allem auch kreativ und interdisziplinär anzugehen.
Und zum Schluss: Dein Fun Fact!
I'm kinda boring. 😅 -
Emélie Wahl ist studentische Hilfskraft im Law Lab. Sie studiert im Major Studium Individuale im Doppelbachelor mit Rechtswissenschaften. Am Law Lab schätzt sie besonders die Möglichkeit, Recht aus einer neuen, dynamischen und kreativen Perspektive kennenzulernen. Legal Design versteht sie als Schnittstelle zwischen klassischer Rechtswissenschaft und kreativem Gestalten, bei der transdisziplinäre Zusammenarbeit eine zentrale Rolle spielt. Für sie ist das Law Lab ein Ort, an dem das Potenzial des Rechts für gesellschaftliche Transformation erkundet wird – offen, kollaborativ und zukunftsorientiert.
Interview mit Emélie:
Warum hast du dich entschieden, am Law Lab teilzunehmen?
Recht erschien mir immer sehr eintönig und starr. Am Law Lab habe ich eine neue, dynamische und kreative Perspektive auf Recht kennengelernt, das hat mich fasziniert.
Hattest du vorher schon Berührungspunkte mit Legal Design oder war das ein völlig neues Feld für dich?
Nein, für mich war es eine ganz neue Welt und ist es teilweise immer noch.
Was bedeutet Legal Design für dich persönlich – in drei Sätzen?
Ich verstehe Legal Design als die Schnittstelle zwischen kreativem Gestalten und dem klassischen Recht. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist die transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen und der Zivilgesellschaft um gemeinsam gesellschaftliche Transformation zu bewirken.
Gibt es ein bestimmtes Projekt oder eine Erfahrung im Law Lab, die dich besonders geprägt oder begeistert hat?
Ich fand es immer super cool wenn Gäst*innen eingeladen wurden und von ihren jeweiligen Projekten erzählt haben. Es ist so inspirierend zu sehen was bereits existiert und damit auch was unser Law Lab noch werden könnte.
Was hat dich im Law Lab zum Reflektieren angeregt, das dich auch über das Law Lab hinaus begleitet?
Ich habe gelernt, das Recht als Hebel für gesellschaftliche Transformation genutzt werden kann.
Wie würdest du das Law Lab in einem Satz beschreiben, wenn du es jemandem erklären müsstest, der noch nie davon gehört hat?
Das Law Lab ist ein Projekt an der Leuphana Universität Lüneburg, wo das Potential von Recht für gesellschaftliche Transformation erkundet wird.
Wenn du ein zukünftiges Projekt im Law Lab gestalten könntest – worum würde es gehen?
Ich würde gerne ein Projekt mit gestalten, dass Demokratie stärkt, Austausch fördert und dem Rechtsruck entgegenwirkt.
Was würdest du gerne anderen Studierenden mitgeben, die überlegen, am Law Lab teilzunehmen?
Probiert es aus und bringt eure eigenen Ideen und Projekte ein!
Und zum Schluss: Dein Fun Fact
Ich liebe Hula Hoops.