Paludikultur
Das Projekt “Paludikultur – Förderung nach Bedarf” widmete sich der Frage, wie die nachhaltige Bewirtschaftung von Moorflächen durch Paludikultur gefördert werden kann. Intakte Moore sind wichtige CO₂-Speicher und Lebensräume, doch 95 Prozent der deutschen Moore sind entwässert und tragen erheblich zu landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen bei. Die Umstellung auf Paludikultur bietet großes Potenzial, ist jedoch bislang wirtschaftlich und rechtlich schwer umsetzbar. Zu einem wird diese Methode im Ausbildungsprozess oftmals überhaupt nicht thematisiert. Zum anderen benötigt es bei der Umstellung umfangreiche Investitionen, um beispielsweise die Technik anzuschaffen. Dies sind nur zwei Aspekte einer vielschichtigen Problematik.
Die Studierenden führten Interviews mit Landwirtinnen, Fachstellen und Fördermittelgebern, analysierten bestehende Förderinstrumente und entwickelten ein „Bedürfnisformular“. Dieses ermöglicht es Landwirten, ihre Anliegen direkt zu äußern. Die Rückmeldungen werden gebündelt, ausgewertet und an politische Entscheidungsträger weitergegeben, sodass Förderstrukturen besser auf die Praxis zugeschnitten werden können.
Das Formular schafft Transparenz, stärkt das Vertrauen in staatliche Prozesse und ermöglicht eine bedarfsorientierte Weiterentwicklung von Fördermaßnahmen. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und SDG 15 (Leben an Land), indem es den Schutz von Mooren unterstützt. Zugleich trägt es zu SDG 2 (Kein Hunger) bei, indem es eine nachhaltige Landwirtschaft fördert, sowie zu SDG 16 (Starke Institutionen), da es Partizipation und Mitgestaltung in politischen Prozessen ermöglicht.